Reframing

Beim Reframing geht es darum, den Bezugsrahmen einer Erfahrung auszuwechseln. Es ist ein kreatives Umdeuten einer gegebenen Situation, einer Eigenschaft, eines Erlebnisses, Verhaltens, etc. Dabei geht es darum, etwas, das für den Klienten zuvor negativ konnotiert war, durch die Veränderung seines Blickwinkels, um positive Aspekte zu erweitern um ihm somit Zugang zu mehr Ressourcen zu verschaffen und seinen Zustand (State) zu verändern. Bei einem gelungenen Reframing sollte sich auch die Physiologie des Gegenübers zumindest leicht aufhellen.

Im NLP lassen sich zwei Arten von Reframings unterscheiden: 1. Inhalts-Reframing: Dabei wird einer zuvor als negativ empfundenen Sache eine neue positive Bedeutung gegeben, die der Klient vorher nicht wahrgenommen hat. 2. Kontext-Reframing: Wenn der Klient an sich selbst eine Eigenschaft oder ein Verhalten als negativ empfindet, so wird nach einem Kontext gesucht, in dem genau dieses Verhalten ausgesprochen nützlich sein kann.

Ich habe einmal einen Kollegen bei der Arbeit mit einem Kriegsveteranen beobachten können. Der Kriegsveteran war durch unvorstellbaren Schmerz gegangen und hatte jeden Spaß am Leben verloren. Mein Kollege wollte ihn mehr mit einem anderen Teil seiner Persönlichkeit in Kontakt bringen, der zu mehr Lebensfreude fähig ist. Er wusste, dass sein Klient vor seiner Kriegszeit als echter Spaßvogel galt und vertrat dem Klienten gegenüber die These, dass dieser Teil immer noch im Klienten existiere. Daraufhin antwortete der Klient, dass er sich das zwar vorstellen könne, dieser Teil aber nach über zehn Jahren beim Militär wohl ziemlich verkümmert sein müsse.

Mein Kollege reframte die Aussage des Klienten sofort durch folgendes Statement: Dass dieser freudvolle Teil von dir seit zehn Jahren nicht mehr aktiv war, bedeutet, dass er bestens ausgeruht ist und es kaum erwarten kann, wieder richtig aktiv zu werden. Diese Aussage eröffnete dem Klienten eine völlig neue Perspektive und brachte ihn sichtlich zum Nachdenken.

Man konnte beobachten, wie sich die Physiologie und der Zustand (State) des Klienten augenblicklich veränderte und er Zugang zu neunen Wahlmöglichkeiten bekam. Auf diese Weise war ein Zugang zu jenem Persönlichkeitsanteil geschaffen und die Arbeit konnte an diesem Punkt weitergehen. Dies war ein beeindruckendes Beispiel für ein gelungenes Inhalts-Reframing.

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