Pacing

Pacing bedeutet sinngemäß etwa miteinander im Gleichschritt gehen und wird in anderen Kontexten auch als Spiegeln bezeichnet. Pacing kann und sollte auf allen logischen Ebenen stattfinden und ist eine elementare Methode, um Rapport aufzubauen. Im übertragenen Sinne bedeutet Pacing, seinem Gegenüber in Gestik, Mimik, Körperhaltung, Bewegungen, Atemrhythmus, etc. zu folgen. Dieses Angleichen endet jedoch nicht bei der Physis, sondern kann ebenso gut und auch wesentlich subtiler geschehen, indem beispielsweise das Repräsentationssystem oder im weiteren Sinne das Weltmodell des Gegenübers gespiegelt wird.

Innerhalb des Pacings kann weiter zwischen verbalem und nonverbalem Pacing differenziert werden. Nonverbales Pacing beschreibt das Spiegeln der Physiologie des anderen und kann entweder direkt oder überkreuz geschehen. Beim direkten Pacing wird innerhalb des gleichen Kanals gespiegelt. So kann ich beispielsweise den Atemrhythmus meines Gegenübers direkt spiegeln, indem ich selbst in der gleichen Atemtiefe und Frequenz atme. Beim Überkreuz-Pacen nutze ich hierfür einen anderen Kanal.

So könnte ich etwa den Atemrhyhtmus einer anderen Person durch Bewegungen eines Fingers pacen. Auch das Pacen der Stimmeigenschaften gehört in den Bereich des nonverbalen Pacing, während das Spiegeln sprachlicher Äußerungen als verbales Pacing bezeichnet wird. Nutzt man in der eigenen Sprache die Prädikate des Anderen, so nennt man diese Form verbalen Pacings Matching.

Wichtig beim Pacen ist, dass es dezent und unauffällig geschieht und man nicht in eine Art Nachäffen verfällt. Um gut pacen zu können, braucht man sehr viel Übung und Erfahrung. Die Wirkung von Pacing ist, dass sich die Person, die gespiegelt wird, auf tiefer Ebene angenommen, verstanden und wertgeschätzt fühlt, was ihr den emotionalen Freiraum gibt, sich zu öffnen und umfassende Veränderungsarbeit erst möglich macht. Pacing sollte immer aus einer positiven Wertschätzung des Gegenübers heraus geschehen und bildet den Übergang zum Leading.

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