Diamond

NLP DiamondDer Diamond ist ein NLP Format zur Arbeit mit Glaubenssätzen (Beliefs). Er eignet sich hervorragend, um rigide negative Glaubenssätze aufzuweichen, indem er ihren Bezugsrahmen verändert. In diesem Sinne hilft der Diamond dabei, die eigene Wahrnehmung des Problems hinter dem negativen Glaubenssatz zu verändern.

Zunächst wird ein Problemsatz formuliert, der in Bezug zu dem negativen Glaubenssatz steht. Dies ist der Ausgangspunkt. Von hier aus geht es in die erste Runde. Zunächst wird das Gegenteil des Problemsatzes gesucht. Anschließend das, was sowohl das Problem als auch das Gegenteil gemeinsam haben und im nächsten Schritt etwas, das außerhalb der beiden liegt und werder das eine noch das andere ist. Dies ist das Ende der ersten Runde.

In der zweiten Runde schaut man darauf, was die einzelnen Punkte bisher ermöglicht und verhindert haben bzw. würden. In einer dritten Runde formuliert man aufgrund der neuen Erkenntnisse aus den ersten beiden Runden einen neuen möglichen Lösungssatz. In der dritten Runde springt man dann zurück zur ersten Runde, belässt den ursprünglichen Problemsatz und macht den neu gefundenen Lösungssatz zum Gegenteil.

Von hier aus geht es wieder von vorne los. Man kann beliebig viele Runden hintereinander mit immer neuen Lösungssätzen absolvieren. Ebenso kann jede gefundene Antwort auf jeden einzelnen Punkt wieder zum Ausgangspunkt (A) bzw. zum Gegenteil (B) gemacht werden. Normalerweise setzt von Runde zu Runde eine weitere Distanzierung vom ursprünglichen negativen Glaubenssatz ein und er wird immer weiter relativiert.

Der Diamond im Überblick:

1. Runde

  1. Problemsatz formulieren (A)
  2. Was ist das Gegenteil des Problemsatzes (B)?
  3. Was haben Problem und Gegenteil gemeinsam (C)?
  4. Was liegt jenseits davon? Was ist weder das Problem noch das Gegenteil (D)?

2. Runde

  1. Was wurde bisher durch das Problem (A) ermöglicht bzw. verhindert?
  2. Was würde das Gegenteil (B) ermöglichen bzw. verhinderen?
  3. Was würde die Geimeinsamkeit (C) ermöglichen bzw. verhinderen?
  4. Was würde das, was weder das eine noch das andere ist (D), ermöglichen bzw. verhinderen?

3. Runde

  1. Neuen Lösungssatz formulieren
  2. Neunen Lösungssatz zum Gegenteil (B) machen
  3. Mit neuer Konstellation erneut die 1. und 2. Runde durchlaufen
  4. Diesen Vorgang beliebig oft wiederholen
  5. Nehmen Sie wahr, wie Sie sich jetzt in Bezug auf den ursprünglichen Problemsatz fühlen

Beispiel

Ein Problemsatz (A) könnte lauten „Ich bin zu dick.“ Das wäre also der Ausgangspunkt. Auf die Frage, was wäre das Gegenteil (B) davon könnten wir antworten „Ich bin schlank.“ Auf die Frage, was ist der gemeinsame Hintergrund (C) von Problemsatz und Gegenteil könnte die Antwort lauten „Selbstliebe“. Dann wäre zu dick sein (A) vielleicht ein Ausdruck mangelnder Selbst liebe und schlank sein (B) der Versuch, die mangelnde Selbstliebe nicht spüren zu müssen.

Auf die Frage, was weder das eine noch das andere ist (D) könnte die Antwort lauten „Frieden“. Bei Punkt D geht es nicht um Logik, sondern darum, über den ursprünglichen Tellerrand hinaus und in anderen Kategorien zu denken. Insbesondere dieser Punkt fällt anfangs vielen schwer, da er so banal scheint. Genau dies ist aber wichtig, denn für die Wirkung sollen hier Dinge zusammen kommen, die unser Gehirn normalerweise nie in Zusammenhang bringen würde.

In der zweiten Runde geht es dann zurück zu (A) und wir fragen uns „Was hat mir das dick sein bisher ermöglicht?“ Die Antwort könnte lauten „Eine Ausrede zu haben, um bestimmte Ansprüche von mir fern zu halten.“ Auf die Frage „Was hat das dick sein bisher verhindert?“ könnte die Antwort lauten „Mich mit mir selbst wohl zu fühlen“. Weiter geht es mit dem Gegenteil (B) und wir fragen uns „Was würde mir das schlank sein ermöglichen?“ usw.

Dieser Prozess wird fortgesetzt, bis wir einmal mit den Runden eins und zwei durch sind. Dann betrachten wir unser Problem erneut und finden aufgrund der neuen Erkenntnisse durch den Prozess einen neuen Lösungssatz. Diesen setzen wir nun für Punkt B (Gegenteil) während Punkt A (Problemsatz) unverändert bleibt. Von hier an durchlaufen wir den Diamond von vorne wie gehabt. Dies können wir wiederholen, so oft es uns sinnvoll erscheint. In den meisten Fällen stellen wir anschließend fest, dass sich unsere Wahrnehmung für unser ursprüngliches Problem verändert hat.

Eine Übersicht aller Lexikoneinträge findest Du hier: Lexikon


Literatur: Klaus Grochowiak & Leo Maier Die Diamond-Technik in der Praxis, ISBN 3873874342