Axiome

Der Begriff Axiom bezeichnet eine nicht beweisbare Vorannahme beziehungsweise Behauptung. Im NLP gibt es einige wichtige Axiome, welche die Einstellungen von NLP Coaches kennzeichnen, durch die ein sinnvolles Arbeiten mit NLP überhaupt erst möglich wird. Dabei geht es nicht darum, ob diese Axiome wirklich wahr sind oder nicht. Es geht lediglich darum, dass es gut und nützlich ist, an das jeweilige Axiom zu glauben, wenn man mit Menschen an ihrer Veränderung arbeitet. Eines der NLP Axiome lautet beispielsweise: Erfahrung hat eine Struktur.

Diese Vorannahme beinhaltet einen der Schlüssel für die Wirkungsweise des NLP, denn wenn wir die Struktur einer Erfahrung verändern, verändern wir die gesamte Erfahrung. Menschen kodieren ihre inneren Repräsentationen unter anderem durch bestimmte Submodalitäten. Diese Submodalitäten stellen ein Element der Struktur der Erfahrung dar. Verändern wir nun diese Submodalitäten, verändert sich automatisch die gesamte subjektive Erfahrung. Dies kann sehr nützlich sein, um zum Beispiel negative Emotionen aufzulösen oder positive Emotionen zu verstärken.

Die 10 wichtigsten Axiome im NLP:

Die Landkarte ist nicht das Gebiet

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen von der Welt oder in der Sprache des NLP sein eigenes Modell der Welt. Keines dieser Modelle bildet die Wirklichkeit exakt ab. Menschen reagieren nie auf die Welt wie sie ist, sondern immer nur auf ihre innere Landkarte von der Welt. Wir reagieren also auf unser Modell der Welt, nicht auf die Realität selbst.

Der positive Wert eines Menschen bleibt gleich, aber sein Verhalten kann in Frage gestellt werden

Im NLP trennen wir grundsätzlich zwischen dem Menschen als Ganzes und seinem Verhalten. Wenn sich zum Beispiel Kritik auf ein konkretes Verhalten in einer bestimmten Situation bezieht, kann diese viel leichter angenommen werden.

Für jedes Verhalten lässt sich ein Kontext finden, in dem es nützlich oder sinnvoll sein kann

Jedes Verhalten wurde irgendwann gelernt und hat einmal in einer bestimmten Situation zum Erfolg geführt. Im NLP geht es darum, zusätzliche Wahlmöglichkeiten zum ursprünglichen Verhalten zu schaffen.

Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde

Egal wie negativ die Nebenwirkungen und Konsequenzen auch sein mögen, jedes Verhalten hat im Leben des Betreffenden eine positive Absicht als Hintergrund.

Menschen treffen innerhalb ihres Modells von der Welt immer die ihnen subjektiv mögliche beste Entscheidung

Vieles von dem augenscheinlich destruktiven Verhalten, das wir bei uns selbst und unseren Mitmenschen beobachten können, würde nicht stattfinden, wenn der betreffende Person innerhalb ihres Weltmodells angemessenere Verhaltensweisen für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse zur Verfügung stehen würden.

Widerstand des Klienten bedeutet mangelnde Flexibiltät auf seiten des Beraters

Widerstand resultiert nicht aus bösem Willen des Klienten sondern ist ein Hinweis auf mangelnden Rapport, den es (erneut) aufzubauen gilt.

Die Bedeutung der eigenen Kommunikation wird bestimmt durch die Reaktion des Gegenübers

Kommunikation findet unter anderem statt, um vom Gegenüber eine Reaktion zu bekommen. Bleibt diese aus, ist die ein Hinweis darauf, dass die eigene Botschaft nicht angekommen ist. Hier ist es sinnvoll, flexibel das eigene Verhalten zu ändern, anstatt negativ darauf zu reagieren.

Wenn etwas das du tust, nicht funktioniert, probiere etwas anderes

Dieses Axiom beinhaltet eine Aufforderung zur Flexibilität auf Seiten des Beraters.

Menschen haben alle Ressourcen, die sie zur gewünschten Veränderung benötigen

Im NLP geht es darum sicherzustellen, dass diese Ressourcen im gewünschten Kontext und zum richtigen Moment auch zur Verfügung stehen und abrufbar sind.

Es gibt keine Fehler, nur Feedback

Jedes Ergebnis im Leben, das man als Reaktion auf das eigene Verhalten erzielt, kann als Feedback aufgefasst werden und stellt somit eine Möglichkeit für effektives Lernen dar. Hierbei handelt es sich um ein kreatives Umdeuten (Reframing) von Fehlern in etwas Nützliches.

Weitere NLP Axiome

  • Psychische Zustände und Physiologie stehen in wechselseitiger Verbindung. Daraus resultiert, dass sich das eine durch das andere verändern lässt.
  • Man kommuniziert immer über mehrere Sinneskanäle gleichzeitig.
  • Ökologische Veränderungen bewirken eine konkgruente Physiologie.
  • Rapport ist eine wirksame Basis für Kommunikation. Unter Rapport versteht man, dem anderen in seinem Modell der Welt zu begegnen.
  • Das Unbewusste ist mächtiger und zuverlässiger als der bewusste Vertand.
  • NLP Interventionen sind Prozessinterventionen, keine inhaltlichen Interventionen.
  • Wenn Veränderungen nicht ökologisch sind, ergeben sich Problemverschiebungen in andere Kontexte.
  • Menschen kommunizieren auf zwei Ebenen, bewusst und unbewusst.
  • Man kann nicht nicht kommunizieren. Auch Kommunikationsverweigerung ist Kommunikation.
  • Menschen können nahezu jedes Ziel erreichen, wenn es in genügend kleine Einheiten (Chunks) aufgegliedert ist.
  • Veränderungen müssen nicht notwendigerweise über das Bewusstsein laufen.
  • Das Element mit der größten Flexibilität kontrolliert das System.
  • Die Vorgehensweise im NLP ist ziel– und lösungsorientiert, anstatt ursachen- und problemorientiert.

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