Augenzugangshinweise

Augenzugangshinweise gehören zu den nonverbalen Zugangshinweisen, wie sie auch in anderen Kommunikationsmodellen vorkommen. Sie sind jedoch in der im NLP verwendeten Form eine weitgehend eigenständige Entdeckung der beiden NLP Begründer Richard Bandler und John Grinder. Diese haben herausgefunden, dass Menschen in Gesprächen und beim Denken ihre Augen bewegen und zwar analog zu dem Repräsentationssystem, in dem sie sich gerade gedanklich bewegen.

Schaut ein Mensch demnach z. B. von sich aus gesehen nach oben links, so ist es wahrscheinlich, dass er in seinem inneren Prozess gerade ein mentales Bild konstruiert. Blickt er dagegen nach rechts unten, so ist er oft mit seinen Gefühlen in Kontakt & Termine, etc. Zwar gibt es gewisse Übereinstimmungen bei den Augenzugangshinweisen, doch können diese auch von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich sein und sind deshalb immer individuell zu überprüfen.

Bei ca 85% der normal orientierten Rechtshänder findet man jedoch Folgendes:

Blick nach links oben (Ver)= visuell erinnert
Blick nach links mitte (Aer)= auditiv erinnert
Blick nach links unten (Ad)= auditiv digital (innerer Dialog)
Blick nach rechts oben (Vk)= visuell konstruiert
Blick nach rechts mitte (Ak)= auditiv konstruiert
Blick nach rechts unten (K)= kinästhetisch

Bei Linkshändern finden wir oft ein spiegelverkehrtes Bild. Doch auch dies lässt sich nicht ohne weiteres verallgemeinern. Deshalb sind auch hier die Augenzugangshinweise unbedingt individuell zu überprüfen.

Wir unterscheiden im NLP zwischen dem Leadsystem, dem Repräsentationssystem und dem Referenzsystem. Mit dem Leadsystem verschafft sich jemand Zugang zu einer Information, im Repräsentationssystem ist die tatsächliche Information gespeichert und im Referenzsystem wird überprüfen wir die Information auf ihren Wahrheitsgehalt.

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Die Augenzugangshinweise geben in erster Linie Aufschluss über das Leadsystem eines Menschen. Dabei gilt, dass ein Mensch nicht generell das gleiche Leadsystem für jede beliebige Repräsentation verwendet. Bei der einen Repräsentation ist das Leadsystem bei der gleichen Person vielleicht visuell, für eine andere Repräsentation auditiv, usw.

Wenn Sie jemanden fragen, wie sich der warme Sand unter seinen Füßen in seinem letzten Malediven-Urlaub angefühlt hat und die Person blickt zuerst in Richtung links unten, dann nach links oben und anschließend nach rechts unten, so hat sie vielleicht zuerst im inneren Dialog (Ad) das Wort „Malediven“ wiederholt, dann ein Bild von jenem Urlaubsstrand erinnert (Ver) und daraufhin die entsprechenden Gefühlen (K) erlebt. Dies erklärt auch, warum in vielen Fällen die Augenzugangshinweise nicht mit den Prozesswörtern übereinstimmen. Diese Abfolge von Augenbewegungen während innerer mentaler Prozesse wird im NLP Augenbewegungsmuster genannt und hat z. B. eine Bedeutung in der NLPStrategiearbeit.

Die Bedeutung von Augenzugangshinweisen wird heute oft kontrovers diskutiert. Aktuelle Erkenntnisse der Neurobiologie besagen z. B., dass jede Erinnerung eine Rekonstruktion von Beziehungen zwischen von einander getrennten und fragmentierten Gedächtnisspuren darstellt. Demzufolge wären die Augenzugangshinweise wenig bis gar nicht aussagekräftig.

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