Ex zurück gewinnen, wenn das Vertrauen verloren gegangen ist

So gewinnst Du Deinen Ex zurück

Die Ex zurück gewinnen, das ist der größte Wunsch vieler unfreiwillig Getrennter. Derer, die gegen ihren Willen getrennt wurden und derer, die Mist gebaut und danach erst entdeckt haben, was sie an der Ex hatten. Doch was tun, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist?

Neben abhanden gekommener Polarität und Leidenschaft in einer Beziehung, in der sich beide Partner immer mehr einander angleichen und damit die sexuelle Spannung nach und nach einen schleichenden Tod stirbt, ist verloren gegangenes Vertrauen einer der häufigsten Trennungsgründe.

Dabei denken die meisten automatisch an den Klassiker: Ein Partner hat den anderen betrogen und sich erwischen lassen. Das Vertrauen ist dahin. Obwohl das natürlich der sicherste und direkteste Weg in den sofortigen Vertrauensverlust ist, hat Vertrauen im Beziehungsalltag noch wesentlich subtilere Formen, die den meisten gar nicht bewusst sind. Doch genau die können für eine funktionierende Beziehung Spiel entscheidend sein.

Wie Du das verloren gegangene Vertrauen Deiner Ex zurück gewinnen kannst, erfährst Du in diesem Artikel, der auf Einladung von Sven und Timo zur Blogparade von maennlichkeit-staerken.de entstanden ist. Deshalb ist er auch der Einfachheit und Lesbarkeit halber aus männlich heterosexueller Perspektive geschrieben. Das hier Gesagte trifft jedoch ebenso auf andere Konstellationen zu. Es gilt ebenso aus der weiblichen Perspektive wie in homosexuellen und bisexuellen Beziehungen, denn Vertrauen ist etwas universell Menschliches und nicht von der jeweiligen Geschlechterkonstellation abhängig.

Natürlich kann ich Dir nicht versprechen, dass Deine Ex zu Dir zurück kehrt, wenn Du Dich an das hältst, was ich Dir hier aufzeige. Ich kann Dir aber versprechen, dass Du ganz allgemein Deinen Marktwert als Partner erhöhst und stark dazu beiträgst, dass Deine nächste Beziehung gelingt, wenn Du es umsetzt. Denn nur wenige beherrschen die Kunst, Vertrauen in einer Beziehung systematisch auszubauen.

Vertrauen basiert auf drei Säulen:

  • Integrität / Authentizität
  • Zugewandtheit
  • Vergebung / Verantwortung

Integrität und Authentizität

Eines solltest Du vorab über Vertrauen in jeder menschlichen Beziehung wissen: Entweder es wächst, oder es stirbt. Dazwischen gibt es nichts.

Dabei gehen Vertrauen und Verlässlichkeit Hand in Hand. Damit unsere Partnerin uns vertrauen kann, muss sie

a) verlässlich voraussagen können, wie wir uns unter bestimmten Umständen verhalten werden und
b) wissen, dass wir - was auch immer kommt - ihr höheres Wohl im Sinn haben.

Hier findest Du auch gleich neben allen moralischen Einwänden den wichtigsten Punkt, warum Psychotricks nicht funktionieren, wenn Du eine erfüllende Partnerschaft führen möchtest. Wer trickst, verstellt sich; ist nicht authentisch, nicht echt. Er handelt nicht mit Integrität sondern manipuliert und das zu seinem eigenen Vorteil und nicht selten zum Nachteil seiner (Ex) Partnerin.

Damit unser Gegenüber uns vertrauen kann, muss es wissen, woran es bei uns ist. Das funktioniert nur, wenn wir uns zeigen, wie wir wirklich sind. Keine Maschen, keine falschen Versprechen, keine tollen Worte, nur weil sie gut klingen.

Zeige Dich, wie Du wirklich bist. Und ja, selbst wenn Du ein Kerl bist, bedeutet das, offen über Deine Gefühle und Gedanken zu sprechen. Lass Dir in die Karten schauen. Sprich auch mal (nicht nur) über Deine Ängste. Wenn Du Angst hast, Dich so zu zeigen, wie Du bist, weil Du denkst, das sei zu wenig, solltest Du Dich nicht Deiner Partnerin gegenüber verstellen, sondern lieber an Deinem Selbstvertrauen arbeiten.

Sie verdient es, mit der echten Version von Dir zusammen zu sein. In fact: wenn sie das echte Du nicht in Momenten wahrgenommen hätte, wärt Ihr mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht zusammen (gewesen). Wenn Du glaubst, sie sei nur wegen der Rolle, die Du gespielt hast, so lange mit Dir zusammen gewesen, wirst Du ihr mit großer Sicherheit nicht gerecht.

Zeige Dich nicht nur, wie Du bist (nein, das ist keine Aufforderung, nicht mehr zu duschen und zu sagen "So bin ich ganz authentisch ohne das ganze Fake-Zeug wie Duschgel und Deo, das die Wahrheit über meinen Körpergeruch verdeckt") - spreche und handle auch mit Integrität.

Authentizität bedeutet: Sage, was Du meinst.
Integrität bedeutet: Meine, was Du sagst.

Beide in Kombination sind unschlagbar und heute leider selten zu finden.

Ein Mensch, der authentisch und integer spricht und handelt, besitzt Charisma. Vergiss das Fitnessstudio, den schicken Wagen und die Hipster-Klamotten. Charisma, das auf Authentizität und Integrität basiert, schlägt Status und Pfauengehabe. Das wird Dir jede Frau bestätigen. Die wenigen, die das anders sehen, willst Du nicht als Partnerin. Du kannst sie Dir wahrscheinlich ohnehin nicht leisten.

Integrität bedeutet aber auch: Verzichte darauf, Dinge zu sagen, die Du nicht so meinst, nur weil Du glaubst, sie will sie hören. Das machen schon genug andere und Deine - ob Ex oder nicht - verdient besseres. Sonst würdest Du diesen Artikel gar nicht lesen.

Zugewandtheit

Kommen Dir die folgenden Aussagen bekannt vor?

  • "Wenn Du Deine schlechte Laune nicht in den Griff bekommst, weiß ich nicht, wie lange wir dann noch zusammen sind."
  • "Wenn Du den Studienplatz in Hamburg annimmst, war's das mit uns. Ich will keine Fernbeziehung führen."
  • "Wenn Du weiterhin keine Lust auf mich hast, schlafe ich irgendwann noch mit jemand anderem. Ich bin schließlich auch nur ein(e) Mann / Frau."

Vielleicht hast Du solche Sätze selbst schon gesagt. Oder Du hast sie Dir anhören müssen. Sie enthalten gleich zwei kapitale "Fehler" und lassen eine Einstellung erkennbar werden, die selbst jahrelang mühsam aufgebautes Vertrauen binnen weniger Augenblicke pulverisieren kann.

Unterschätze darüber nie die Macht der Worte. Einmal ausgesprochene Worte können nicht zurück genommen werden. Du kannst Dich hinterher noch so oft dafür entschuldigen und beteuern, Du hättest es nicht so gemeint. Deine Worte haben einen Samen im Kopf Deiner Partnerin gepflanzt, der keimen wird.

Vielleicht wächst er nur ein kleines Stück und kümmert dann vor sich hin. Vielleicht wird ein mächtiger Baum daraus. Das hängt unter anderem davon ab, auf welchen Boden er gepflanzt wurde und wie viel Nahrung er in nächster Zeit bekommt. Aber er ist in der Erde. Daran kannst Du nichts mehr ändern.

Bevor Du also in Zukunft etwas nur sagst, um Deinem Standpunkt Nachdruck zu verleihen oder Deinen Emotionen Luft zu machen, überlege lieber fünfmal, ob Du es wirklich so meinst. Ich selbst hätte mir bei manchen Dingen, die ich in der Vergangenheit mal leichtfertig gesagt habe, im Nachhinein lieber die Zunge abgebissen, wenn das verhindert hätte, dass sie meinen Mund verlassen.

Welche Vertrauen terminierenden Merkmale sind nun in den obigen Sätzen enthalten?

  1. Sie enthalten eine Drohung (die Beziehung zu verlassen), um ein Ziel (Verhaltensänderung) zu erreichen.
  2. Sie lassen mangelndes Commitment für die Beziehung erkennen.
  3. Sie setzen die eigenen Interesse vor die des Partners.

Schreib Dir bitte eines hinter die Ohren oder wo auch immer Platz ist:

Drohe NIEMALS, NIEMALS, NIEMALS damit, die Beziehung zu verlassen oder etwas anzustellen, das Deine Partnerin verletzt.

Und nein, es gibt keine Ausnahmen von der Regel. Wenn Du die Beziehung verlassen willst, verlasse sie. Aber drohe nicht damit, um das zu bekommen, was Du willst. Das zeigt nur, dass Dein Commitment für Deine Partnerin und Dein Engagement für Eure Beziehung nicht die verbrauchte Luft wert sind, um sie auszusprechen.

Entweder Du willst mit Deiner Partnerin zusammen sein, oder nicht. Aber wenn Du eine funktionierende Partnerschaft führen willst, kann es kein "solange es mir bequem ist" geben. Versetz Dich mal in sie hinein - wie würde es Dein Vertrauen in die Partnerschaft und Deinen Partner beeinflussen, wenn er damit droht, die Beziehung zu verlassen oder Dich aktiv zu verletzen, wenn Du nicht machst, was er von Dir will?

Hättest Du dann noch das Gefühl, Dein Partner hat Dein höchstes Wohl im Sinn und ist bei Eurer Beziehung "All in" gegangen? Wenn Du es verbockt hast und Deine Partnerin zurück willst, dann gibt es kein Wischi-Waschi. Kein: "Ich probiere es mal ein bisschen, vielleicht klappt es ja."

Commitment bedeutet: Verbrenne Deine Schiffe hinter Dir. Falls Du in einer Beziehung bist, bedeutet es: Trennung ist keine Option:

"Keiner von uns wird das Boot verlassen oder jemals damit drohen. Ja, es wird stürmische Zeiten geben. Aber hier geht niemand über Bord. Was auch immer kommt, wir werden einen Weg finden. Gemeinsam. Ende."

Wenn Du das Vertrauen in Deiner Beziehung auf ein neues Level bringen möchtest, dann müssen Deine Handlungen und Worte ausdrücken: Ich bin ein Teil von etwas Größerem: UNS.

Dieses "Uns" ist meine Mission, unser gemeinsames Meisterwerk, an dem ich Anteil habe. In einer Beziehung mit einer Partnerin zu sein, die Du liebst, erfordert die beste Version von Dir selbst und kann Dir helfen, der zu werden, der als Keim in Dir angelegt ist - zu Deiner vollen Größe heranzuwachsen. Wenn Du die Herausforderung annimmst.

Vergebung / Verantwortung

In jeder Beziehung werden Fehler gemacht. Von beiden Seiten. Wenn Fehler gemacht wurden, gibt es in Bezug auf eine gelungene Partnerschaft nur zwei sinnvolle Weisen, damit umzugehen. Beide gehören untrennbar zusammen:

  1. Vergebe dem anderen seine begangenen Fehler (und Dir selbst Deine).
  2. Übernimm Verantwortung für Deine Fehler und dafür, das Umfeld zu ändern, in dem der andere seine Fehler gemacht hat, sodass es nicht nötig ist, sie erneut zu machen.

Nelson Mandela hat einmal gesagt: "Ich verliere nie. Entweder ich gewinne, oder ich lerne dazu. Das ist eine konstruktive Einstellung zu Fehlern. Im NLP gibt es das Axiom: "Es gibt keine Fehler, nur Feedback". Meint im Grunde dasselbe.

Um das Vertrauen in Deiner Beziehung zu vertiefen, musst Du aufhören, den Staatsanwalt zu spielen. Die Anklägerbank ist kein geeigneter Ort, um eine liebevolle Partnerschaft zu führen. Wenn Du Dich für Deine Beziehung entscheidest, dann ist es ein wesentlicher Bestandteil Deines Commitments für Eure Beziehung und Deine Partnerin, dass Du alle Anklagepunkte fallen lässt.

Schuldzuweisungen helfen nicht nur nicht, sie halten auch einen künstlich erzeugten moralischen Anspruch aufrecht. Sie erlauben dem anderen nicht, wieder Augenhöhe mit uns zu erreichen und das ist beziehungsfeindlich. Es tötet die Liebe wie ein leises Gift. Egal, was gewesen ist; wenn es mit Euch (noch mal) klappen soll, stelle ihr einen weißen Schuldschein aus. Alles andere wird scheitern. Früher oder später.

Und wenn Du alle Schulden des anderen aus der Vergangenheit gelöscht hast, zerreiße auch diesen leeren Schuldschein. Gewöhne Dir ab, in Kategorien von Schuld und Unschuld zu denken. Jesus hat gesagt "Wer aber unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein" (ich bin nicht religiös). Warum hat er das gesagt? Weil es Augenhöhe mit der Angeklagten herstellt.

Statt anzuklagen, übernimm Verantwortung dafür, dass die Dinge besser werden. Was auch immer Du Deiner Partnerin vorgeworfen hast, übernimm Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder passieren muss.

Suche nach Deinem eigenen Anteil in dem, was passiert ist. Hat sie Dich angelogen? Klage sie nicht an. Frage Dich lieber, was sie dazu veranlasst haben könnte. Hast Du ihr beispielsweise durch Dein früheres Verhalten so viel Druck erzeugt, dass sie aus Angst vor Deiner Reaktion lieber gelogen hat, als die Wahrheit zu sagen? Fehlt ihr das Vertrauen, dass Du mit der Wahrheit umgehen könntest? Warum ist das so? Und wie kannst Du ihr das Vertrauen geben, damit sie sich Dir in Zukunft mehr öffnen kann?

Geht sie lieber mit ihren Freundinnen aus, als den Abend mit Dir auf dem Sofa zu verbringen? Wirf es ihr nicht vor. Frage Dich lieber, welches ihrer Bedürfnisse durch Dein bisheriges Verhalten unerfüllt geblieben ist und wie Du interessanter für sie werden kannst. Versetze Dich in ihre Lage und setze die Erfüllung der Bedürfnisse Deiner Partnerin an erste Stelle. That's it.

Sie wird es Dir auf Arten danken, die Du Dir nicht mal vorstellen kannst. Es sei denn, sie tut es nicht. Auch dann bist Du größer geworden und innerlich gewachsen. Solltest Du wirklich alles getan haben und es trotzdem nicht (mehr) klappen, bist Du dennoch daran gewachsen. Das wird sich spätestens in einer späteren Beziehung auszahlen - und zwar für Euch beide.

Mach Dir eines bewusst: Was auch immer passiert ist, Du bist kein Opfer. Übernimm Verantwortung. Vergiss halbe Sachen. Geh "all in". Verbrenne Deine Schiffe hinter Dir. Tu' Deinen Teil und verfalle nicht in kindliches Gejammer, wenn sich nicht sofort die gewünschte Reaktion einstellt. Du tust es nicht nur für sie, sondern auch und vor allem als Aussage darüber, wer Du bist und was Dich ausmacht.

Was für ein Partner willst Du sein? Die Antwort darauf kannst nur Du geben. Viel Erfolg!


Du bist selbst in einer Beziehung und erkennst Euch ein Stück weit in dem Artikel wieder? Dir ist Eure Partnerschaft wirklich wichtig und Du möchtest gerne daran arbeiten, dass die Dinge besser werden und Ihr beide die Partnerschaft leben könnt, die Ihr verdient?

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