Es geht beim Sinn des Lebens nicht um Dich – Warum so viele Sinn-Sucher scheitern

Geben über das eigene Selbst hinaus

Und, wie läuft’s so bei Dir mit der Suche nach dem Sinn des Lebens? Schon was gefunden? Wenn Du es so gemacht hast, wie die meisten (mich eingeschlossen), dann hast Du erstmal ausgiebig geschaut, was andere dazu sagen. Da gibt es ja einige Individuen und besonders „Organisationen“, die haben eine ziemlich ausgeprägte Meinung dazu, worin denn nun der Sinn des Lebens bestehen würde. So ganz allgemein und für jeden, der nach ihrer Auffassung zu den Guten gehört.

Und dann gibt’s da noch die ganzen Selbsthilfebücher. Jetzt muss ich vorsichtig sein, ich habe schließlich auch welche geschrieben. Zum Glück bisher alle ausschließlich zu angrenzenden Themen, sodass ich mich nicht zu verdächtig mache. Wenn wir die esoterisch übertreibenden und religiös indoktrinierenden Werke mal außen vor lassen, bleiben da noch die anderen. In den meisten zum Thema Sinn des Lebens findet man dann solch gut gemeinte Ratschläge wie sich Gedanken zu etwa folgenden Themen zu machen.

  • Überlege Dir, was Dir wichtig ist im Leben.
  • Was sind Deine Werte?
  • Was kannst Du besonders gut?
  • Was schätzen andere an Dir?
  • Wobei vergisst Du die Zeit?
  • Was würdest Du auch dann noch tun, wenn Du kein Geld dafür erhalten würdest?
  • usw.

Und anschließend das Ganze irgendwie so miteinander zu verbinden, dass etwas mehr oder weniger Vernünftiges dabei herauskommt.

An sich ja nicht vollkommen schlecht. Als Ergänzung irgendwann im Prozess manchmal auch gut zu gebrauchen. Irgendwann im Prozess, wohl gemerkt. Sicher nicht zu Beginn. Am ehesten wohl noch die Werte. Vor allem, wenn ausnahmsweise mal sinnvoll unterschieden wird in die verschiedenen Ebenen von Werten und nicht nur Genusswerte angesprochen werden. Bei letzteren verkommt die Frage nach dem individuellen Sinn unseres Lebens nämlich eher zu der Frage „Was müsste passieren, damit Dein Leben ein chronischer Urlaub / eine nie endende Party wäre?“.

Wenn Du mich fragst, ein wenig zu dünn für so ein elementares Thema. Nein, beim Sinn und Zweck unseres Lebens – unserem großen „Warum“ – geht es nicht nur darum, eine möglichst gute Zeit zu haben. Das kann ein toller Nebeneffekt sein, aber es ist weder Sinn noch Zweck bei der ganzen Sache mit dem Warum.

Und ja, nachdem ich jetzt mal wieder ordentlich vom Leder gelassen habe, möchte ich Dir natürlich auch nicht verschweigen, was mich meine eigene Erfahrung gelehrt hat. Vielleicht ist da ja was für Dich dabei. Falls nicht, wirf es in den Müll. Dann ist es nicht für Dich.

Es geht gar nicht um Dich

Das Problem mit all diesen typischen Selbsthilfeansätzen ist, dass sie das Thema Sinn von einem Ego zentrierten Standpunkt angehen. Sie stellen uns in den Mittelpunkt und nicht das, was uns ruft. Denn Be-ruf-ung enthält immer einen Ruf. Nicht wir rufen, wir werden gerufen und wir sind es, die zu antworten haben. Darin, ob wir diesen Ruf vernehmen und unserer Entscheidung, ihm zu folgen, liegt die Verwirklichung unseres Warum.

Die Wahrheit ist, es geht bei der ganzen Geschichte viel weniger um die Frage „Worum soll es in meinem Leben gehen?“ als eher um die Frage „Was will durch mich in die Welt kommen“? Selbst wenn beides am Ende zu nahezu identischen Handlungen führen sollte, liegt in der jeweiligen inneren Haltung ein himmelweiter Unterschied. Es geht dabei gar nicht wirklich um uns. Als besonders sinn-voll erleben wir unser Leben dort, wo wir einer höheren Sache dienen, die uns wichtig ist. Das kann spirituell / religiöser Natur sein, muss es aber keineswegs.

Dort, wo wir etwas dazu beitragen, dass die Welt an einer Stelle, die uns etwas bedeutet und für gewisse fühlende Wesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) jetzt und vor allem in einer durch unsere Be-ruf-ung besseren Zukunft, zu einem besseren Ort wird, erleben wir unser Dasein als sinnhaft. Aus dieser Vision für eine bessere Zukunft für einen Ausschnitt der Welt, der uns besonders am Herzen liegt, kann eine Mission entstehen, der wir einen nicht geringen Teil unseres Lebens widmen. Und zwar freiwillig und aus tiefstem Herzen. Einfach, weil wir wissen, dass es das Richtige für uns ist.

Denn dort, wo wir am meisten frei sind, haben wir oft keine Wahl als das einzig Richtige zu tun. Auch so eine schöne Paradoxie des Lebens.

Faszinierend ist dabei, dass es dann eher zur Nebensache wird, ob wir dabei möglichst viel Genusswerte erfüllt bekommen. Unsere Erfüllung kommt dann aus einer anderen Ebene. Höher, ganzheitlicher und auch tiefer in unserem Sein verankert. Paradox und damit typisch fürs Leben ist dabei, dass Menschen für ihre Mission dort wo es nötig ist sogar bereit sind, große Opfer zu bringen und gewaltige Entbehrungen in Kauf zu nehmen. Und das mit einem Lächeln auf den Lippen.

Obwohl in solchen Momenten ihre Genusswerte alles andere als erfüllt sind, ist ihre Erfüllung größer, als dies durch reine Genusswerte allein je möglich wäre. Kein Lottogewinner wird je nachempfinden, was jemand fühlt, der den Ruf seiner Seele gehört hat und ihm gefolgt ist. Ein weiterer Grund, warum der „übliche“ Ansatz nicht funktionieren kann.

Es schadet einer guten Mission natürlich auch nicht, wenn dabei Genusswerte erfüllt sind. Entbehrungen machen eine Mission nicht besser. Sie sind nur manchmal Bestandteil des Weges. Wenn jemand wie Jane Goodall beispielsweise in den Dschungel zieht, um vor Ort jahrelang unter Schimpansen zu leben, weil sie sich gerufen fühlt, mehr über diese wundervollen und faszinierenden Tiere zu lernen und im Nachgang einen Großteil ihres Lebens dem Schutz und der Verbesserung der Lebensbedingungen der Schimpansen zu widmen, dann geht dies mit nicht geringen Entbehrungen einher.

Sie ist dem gefolgt, was sie gerufen hat und erlebte dabei eine Erfüllung, die sicher nicht unmittelbar aus ihrem „luxuriösen“ Leben unter Schimpansen sondern aus einer höheren Ebene gekommen ist.

Im Modell der „6 human needs“ nach Anthony Robbins gibt es ein menschliches Bedürfnis, dass wir vielleicht am besten mit „Geben über das eigene Selbst hinaus“ übersetzen könnten. Und ein amerikanisches Sprichwort besagt „The Key to Living is Giving“ (Der Schlüssel zum Leben heißt Geben). Wen wundert’s nach dem bisher gesagten?

Fazit: Solange wir bei der Frage nach dem Sinn unseres Lebens wie ein Satellit nur um uns selbst kreisen, werden wir ihn niemals finden. Achte darauf, dass Du bei der Suche nach Deinem großen Warum nicht den Karren vor den Ochsen spannst!

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