Achtsamkeit beim Essen: Diese Übung hilft Dir, bewusster und weniger zu essen

Achtsamkeit beim Essen: Diese Übung hilft Dir, bewusster und weniger zu essen

Kannst Du Dich eine Stunde nach dem Essen noch an jedes Detail Deiner Mahlzeit erinnern? Den Geschmack jedes einzelnen Bissens? Weißt Du immer, wie viel Du gegessen hast?

Oder isst Du oft im Vorbeigehen? Schnackst hier und da eher unbewusst. Schlingst bei Ablenkungen wie TV oder dem Checken der neuesten Facebook-Kommentare schnell nebenbei Dein Essen herunter, ohne wirklich mitzubekommen, was da in Deinen Mund wandert?

Wer unbewusst isst hat es deutlich schwerer, mit dem Essen aufzuhören, wenn er satt ist und seinem Körper zu geben, was er gerade braucht. Und weißt Du, was paradox ist? Obwohl wir alle das Essen lieben, essen wir aus Schuldgefühlen häufig so unbewusst, dass wir nichts davon haben. Außer noch mehr Fett. Hier kommt, wie Du das ändern kannst.

Achtsam essen: Eine veränderte Perspektive

Die folgende Übung ist inspiriert durch ein Buch des Mönchs Thich Nhat Hanh*. Ich kannte sie jedoch bereits in abgewandelter Form vom Master Keys System* und auch aus dem NLP.

Sie dient dazu, die vor uns liegende Nahrung in ihrem Gesamtkontext zu sehen; ihren Weg bis auf unseren Teller nachzuvollziehen und so ein erweitertes Bewusstsein dessen zu bekommen, was wir uns da tatsächlich zuführen. Ich persönlich komme immer wieder ins Staunen und Grübeln dabei.

Die Übung basiert auf dem Konzept des Inter bzw. dessen, was im Sanskrit anãtman (Nicht-selbst) genannt wird. Was so viel bedeutet wie nichts existiert für sich selbst sondern alles ist nur, weil es mit allem anderen verbunden ist und sich wechselseitig bedingt.

Übung

Wähle der Einfachheit halber zunächst ein wenig verarbeitetes Nahrungsmittel wie eine Kartoffel oder einen Apfel aus und platziere es vor Dir auf einem Teller.

Nun betrachte den Apfel genau mit der Frage im Kopf:

"Was musste alles passieren, damit dieser Apfel nun auf meinem Tisch liegt und mir als Nahrung dient?"

Verfolge den Weg des Apfels rückwärts. Erinnere Dich daran, wie Du ihn aus dem Supermarkt oder Bioladen geholt hast. Im Laden selbst haben ihn Mitarbeiter nach einem Warensystem einsortiert und die Warenbestände gebucht. Vielleicht bist Du mit dem Fahrrad oder Auto gefahren, hast ihn in einen Korb oder eine Tüte gepackt.

Davor musste der Apfel vom Bauern zum Supermarkt oder Bioladen transportiert werden. Dazu war ein Lastwagen nötig und ein Fahrer, der ihn bedient. Noch davor musste der Apfel geerntet und anschließend wahrscheinlich konserviert werden. Hieran waren Maschinen und Menschen beteiligt. Wiederum davor musste der Apfelbaum gepflegt werden. In einem trockenen Sommer musste er vielleicht bewässert werden. Wie ist das Wasser zum Baum gekommen?

Der Baum musste möglicherweise gedüngt werden. Myriaden von Würmern, Pilzen, Bakterien und Kleinstlebewesen haben in der Erde rund um die Wurzeln des Baumes tagtäglich ihr symbiontisches Meisterwerk vollbracht und genau die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen, damit der Baum gedeihen und Äpfel hervorbringen konnte. Die Sonne musste regelmäßig scheinen - übrigens im genau perfekten Abstand zu Erde. Der Himmel musste es immer wieder regnen lassen. Unzählige Insekten mussten die Blüten bestäuben, damit überhaupt Äpfel an dem Baum wachsen können.

Jedes einzelne dieser Insekten musste jedoch nicht nur Blüten bestäuben, sondern darüber hinaus Tag ein Tag aus diversen Tätigkeiten nachgehen, um sein Überleben zu sichern, damit es überhaupt in der Lage ist, Blüten zu bestäuben. Viele Jahre zuvor musste jemand den Baum anpflanzen und vor Verbiss und Wühlmäusen schützen. Lange davor hat jemand sich die Mühe gemacht, verschiedene Apfelsorten zu kreuzen, damit genau diese Sorte entstehen kann.

Lange davor hat sich das Klima so verändert, dass Apfelbäume überhaupt gedeihen können. Lange davor... (folge nun selbst diesen Gedankengängen und lass Dich überraschen, wohin sie Dich führen).

...

Und übrigens: Der Laster, mit dem der Apfel vom Bauern zum Supermarkt gefahren wurde, musste erst von Menschen und Maschinen zusammengebaut werden. Dazu musste der Dieselkraftstoff entdeckt werden, jemand musste einen Motor erfinden der in der Folge immer weiter verbessert wurde, es musste eine immense Ansammlung von Wissen in den Bereichen Physik und Chemie errungen werden. Und was ist mit dem Material, aus dem die Reifen sind? Oder den Computern und Programmen, die in der Software des Wagens laufen?

Oder den Menschen, die die Technik der Zapfsäulen erfunden haben oder diese regelmäßig warten, damit der Laster betankt werden kann? Oder den Menschen, die die Tankstellen regelmäßig befüllen, damit sie genug Sprit haben, um den Laster zu betanken? Und den Menschen, die das Erdöl fördern oder die Erdölförderanlagen entwerfen und betreiben, oder den Menschen, die die Wirtschaft so gestalten, dass es eine Börse für Erdöl gibt? Und ist Dir bewusst, dass auch Dein Apfel aus den gleichen atomaren Teilchen besteht, die bereits beim Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren entstanden sind? oder...

Wenn Du diesen Gedankengängen gefolgt bist, dann wird Dir plötzlich klar, dass das ganze Universum in dem Apfel vor Dir enthalten ist. Die halbe Welt musste sich verschwören, damit Du diesen Apfel essen kannst. Und dort endet es nicht. Teile des Apfels werden zu Teilen Deines Körpers. Du nimmst sie zukünftig überallhin mit.

...

Nun nimm Deinen Apfel in die Hand und beiße ganz bewusst rein. Spüre seine Konsistenz, mache Dir bewusst, dass er das gesamte Universum enthält. Schmecke seine Süße und Säure, entstanden durch unzählige Stunden Photosynthese. Kaue bewusst und oft und nimm wahr, wie sich seine Konsistenz in Deinem Mund von fest zu einem Brei verändert. Auch der Geschmack verändert sich. In der Regel wird er süßer, da die Alpha-Amylase in Deinem Speichel die Stärke in der Nahrung aufspaltet. Nun schlucke den Brei bewusst herunter. Würde das Ganze auch so gut klappen, wenn Du keine funktionierende Speiseröhre hättest oder jemand den Magen vergessen hätte?

...

Was vom Apfel nicht Bestandteil Deines Körpers wird, muss in veränderter Form Deinen Körper wieder verlassen. Was musste die Evolution alles anstellen, um solch ein perfektes Verdauungssystem zu erschaffen?

Und auch wenn es vielleicht weniger appetitlich ist: Was ist mit dem Mann oder der Frau, die Die Toilette in Deinem Haus installiert hat? Den Menschen, die die Abwasseranlagen gebaut haben und in Schuss halten? Denjenigen, die vielleicht schon vor hundert Jahren die Rohre verlegt und mit der Kanalisation verbunden haben, durch die die Reste Deines Apfels dem Recyclingkreislauf wieder zugeführt werden? Usw.


Du kannst diese Übung erweitern, so viel Du möchtest. Du wirst feststellen, es gibt kein Ende. Alles ist mit allem verbunden. Wenn das für ein so einfaches Nahrungsmittel wie einen Apfel schon gilt, wie sehr gilt es dann erst für unsere moderne hoch veränderte Nahrung? Der Komplexitätsgrad geht ins Unendliche.

Mache die Übung so oft Du möchtest und beobachte, wie sich Deine Wertschätzung für die Nahrung auf Deinem Teller verändert.

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* Thich Nhat Hanh und Dr. Lillian Cheung, "achtsam essen - achtsam leben: Der buddhistische Weg zum gesunden Gewicht, O. W. Barth, 1. März 2016
* Charles F- Haanel, "The Masterkey System: Der Universalschlüssel zu einem erfolgreichen Leben", Goldmann Verlag, 17. April 2012

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