Warum uns Veränderung so schwer fällt und wie es trotzdem klappen kann

Warum fällt Veränderung schwer

„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.“
Friedrich von Schiller

Wie oft hast Du schon versucht, diese eine Sache zu ändern? Du weißt schon. Diese eine Sache. Was auch immer Deine „eine Sache“ ist.

Klappt nicht? Hm. Vielleicht hast Du ein Weltmodell-Problem:

Veränderung macht Angst

Eine Scheißangst, um präzise zu sein.

Wenn Sie von außen kommt. Wenn wir sie nicht haben kommen sehen. Wenn wir nicht mit ihr einverstanden sind. Wenn wir wollten, dass alles so bleibt, wie es war.

Sogar dann, wenn wir sie herbeigesehnt haben.

Paradox? Jein.

Veränderung bringt unseren bisherigen Bezugsrahmen ins Wanken.

Gewohntes gibt Sicherheit. Neues verunsichert.

Die Sinnhaftigkeit unseres Erlebens

Die Welt um uns herum ist riesig und komplex. Wir sind nicht ansatzweise fähig, sie zu erfassen.

Mit einer unberechenbaren Umwelt umgehen zu müssen, macht uns unsicher.

Deshalb erschaffen wir uns ein eigenes Modell von der Welt. Es wird zu unserem inneren Bezugsrahmen.

Das Gehirn fängt noch vor der Geburt an, Muster aus der Welt um uns herum abzuleiten. Darin ist es unschlagbar. Unser Weltmodell ist eine unfassbare Kreativitätsleistung unseres Gehirns.

Doch es bleibt ein Modell.

Das wenigste darin entstammt uns selbst. Den Großteil haben wir aus Kultur und Umfeld unkritisch übernommen.

Unser Weltbild ist eine Synthese zwischen äußeren Erlebnissen und den inneren Schlüssen, die wir daraus gezogen haben.

Haben wir einmal ein Weltmodell gebildet, verteidigen wir es mit Zähnen und Klauen. Es gibt uns das Gefühl von Sicherheit und Vorhersehbarkeit in einer unsicheren und nicht vorhersehbaren Welt.

Unser Weltmodell stellt unsere Erfahrungen in einen Sinn-Zusammenhang.

So entsteht das Gefühl eines roten Fadens, der sich durch unser Leben zieht.

Doch aus Sicht des Gehirn ist dieser Sinn konstruiert. Es fügt im Nachhinein eine Reihe nicht kausal verknüpfter Ereignisse zu einem stringenten Geflecht zusammen.

Einschub: Ich kann hier nicht näher auf die philosophisch-spirituelle Frage eingehen, ob unser Leben aus einer Reihe zufälliger Ereignisse besteht, oder sich nach einem Plan entfaltet.

Ein faszinierendes Thema. Führt vom Sinn des Lebens, über das Karma und Dharma indischer Religionen, das Reinkarnationsverständnis der Buddhisten, bis zur Akausalität und Synchronizität.

Persönlich bin ich dieser Sichtweise näher als dem Gedanken, alles sei Zufall.

Hier soll es jedoch darum gehen, wie unser Gehirn versucht, Sinn zu konstruieren.

Jede größere Veränderung stellt die Sinnhaftigkeit unserer gewohnten Weltsicht in Frage.

Wird unser bisheriges Weltmodell erschüttert, geraten wir in eine Sinnkrise.

Sinn in der Welt und den Erfahrungen unseres Lebens zu finden, ist ein existenzielles Bedürfnis. Viktor Frankl sprach vom dem Menschen eigenen Willen zu Sinn.

Wie wichtig Sinnhaftigkeit für uns ist, wird deutlich, wenn wir den Sinn im Leben verlieren.

Endet viel zu oft in schweren Depressionen bis hin zum Suizid(versuch).

Ein Leben ohne Sinn ist schwer zu ertragen.

Wo wir nicht wissen können, müssen wir glauben

Da wir nicht wissen können, wie etwas wirklich ist oder sich in Zukunft verhalten wird, entwickeln wir Glaubenssätze.

Sie füllen die Lücken in unserer Wahrnehmung. Sind unser Versuch, der Welt um uns herum Bedeutung, Sinn und Zusammenhang zu verleihen. Sie arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten.

Glaubenssätze sind Wahrnehmungsfilter.

Sind Bestandteil unseres Weltmodells. Helfen uns, in einer unberechenbaren Welt handlungsfähig zu bleiben.

Mit Glaubenssätzen versuchen wir, die Welt um uns herum zu verstehen.

Damit wir unser Leben so gestalten können, dass wir

Schmerzen vermeiden und Freude finden können.

  • Sinnhaftigkeit
  • Verstehbarkeit
  • Gestaltbarkeit

unseres (Er)Lebens sind auch die drei sozialmedizinischen Faktoren für Gesundheit im Salutogenesekonzept nach Aaron Antonovsky.

Kommen sie Dir bekannt vor?

Veränderungsprozesse erschüttern unser Weltbild

Soll Veränderung funktionieren, muss sie unser altes Weltmodell erweitern.

Wäre die gewünschte Veränderung innerhalb unseres alten Weltmodells möglich, hätten wir sie längst erzielt.

Da aber die Veränderung unseres Weltmodells eine Destabilisierung unseres bisherigen Bezugsrahmens bedeutet, geht sie oft mit Unsicherheit einher.

Wir bekommen Angst vor dem Ungewohnten.

Entwickeln manchmal unschöne Ahnungen, wie die gewünschte Veränderung unser Leben aus dem Gleichgewicht bringen wird.

Geraten mit Glaubenssätzen in Konflikt.

Befürchten, unseren überzogenen Selbstansprüchen nicht mehr gerecht werden zu können.

Damit Veränderung dauerhaft gelingt, muss der Nutzen des alten Bezugsrahmens gewürdigt werden.

Wir müssen ihn so erweitern, dass der Sekundärgewinn erhalten bleibt. Damit die gewünschte Veränderung sich ökologisch ins eigene Leben integrieren lässt.

Nur so gelingt Veränderung dauerhaft.

Aus dem Gesagten wird deutlich, warum Coachs und Therapeuten von ihren Klienten so viele Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Aufträge bekommen.

Wird diesen Zusammenhängen Rechnung getragen, kann die Bindung an den alten Bezugsrahmen gelockert werden, um die angestrebte Veränderung zu ermöglichen.

Hierzu eignen sich zum Beispiel verschiedene NLP-Formate wie der Core Transformation Process oder ein Belief-Change. Besonders die verschiedenen limbischen Entkoppelungstechniken aus der Schatztruhe des ROMPC®.

Hier macht es hin und wieder Sinn, sich ein bisschen helfen zu lassen. Wir können nicht alles alleine schaffen. Müssen wir auch nicht. Manchmal gehen sogar die Profis zu Profis. Sie wissen, warum.

Falls nicht, hier steht’s:

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Titel-Photo: pixabay.com
Lizenz: CCO Public Domain
Fotograf: bogitw

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